BMEL-Studie: PädagogInnen brauchen mehr Kompetenzen in der Ernährungsbildung

ErzieherInnen und LehrerInnen in Deutschland fehlt oft die Qualifikation, um Kindern Ernährungswissen aktiv zu vermitteln. Das ergab die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft am 12.07.2019 veröffentlichte Studie „Ernährungsbezogene Bildungsarbeit in Kitas und Schulen“. Sie macht aber auch deutlich: Das Thema ist in den Bildungs- und Lehrplänen der Länder verankert; ebenso wird die große Bedeutung von frühkindlicher Ernährungsbildung für ein gesundes Aufwachsen in den Einrichtungen anerkannt. So treffen auch wir in unserer Stiftungsarbeit täglich ErzieherInnen und LehrerInnen, die in der praktischen Ernährungsbildung aktiv sind und ‚ihre‘ Kinder mit viel Engagement für ausgewogenes und frisches Essen begeistern.

Als Gründe für diese Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit in der Ernährungsbildung an Kitas und Schulen nennt die Untersuchung der Universität Paderborn vor allem:

  • Fachwissen zu den Themen Essen und Ernährung wird in der Ausbildung von ErzieherInnen nicht ausreichend vermittelt und auch in entsprechenden Lehramtsstudiengängen werden ernährungsbezogene Inhalte stiefmütterlich behandelt
  • Lehrbücher weisen Mängel auf und für die Ausbildung pädagogischer Fachkräfte fehlen Materialien
  • Ernährungsbildung wird häufig auf die Bereiche Gesundheit und Kita-Verpflegung reduziert
  • Es fehlt an Fortbildungsoptionen, aber unter Lehrkräften auch am Interesse

Die Erkenntnisse der Studie machen einmal mehr deutlich, welche zentrale Rolle pädagogische Fach- und Lehrkräfte für die kindliche Ernährungsbildung spielen und welchen Bedarf es zu decken gilt. Wenn ein großer Teil des Alltags von Mädchen und Jungen in Kita und in Schule stattfindet und sie dort auch gemeinsam essen, müssen die PädagogInnen sie auf dem Weg zu einer selbstbestimmten, verantwortungsbewussten und genussvollen Ernährung begleiten können.

Wir begrüßen daher die Initiative des Ernährungsministeriums, Ernährungsbildung verstärkt in Ausbildung, Studium und Fortbildung der ErzieherInnen und LehrerInnen zu verankern. Mit den Bildungsangeboten der Sarah Wiener Stiftung und insbesondere den niedrigschwelligen, praxisorientierten und ernährungswissenschaftlich aufbereiteten Fortbildungen der Initiative Ich kann kochen! leisten wir gemeinsam mit unseren Partnern dazu bereits einen wichtigen Beitrag. Bundesweit bieten wir jeden Monat durchschnittlich 50 kostenfreie Fortbildungen an, die pädagogische Fachkräfte fit für das Kochen mit Kindern machen und sich großem Interesse erfreuen: In den vergangenen 3 Jahren ließen sich bereits 16.000 von ihnen zu GenussbotschafterInnen weiterbilden.

Nicht zuletzt stellt die Studie heraus: Ernährungsbildung ist viel mehr als das Wissen um ‚gesundes‘ und ‚ungesundes‘ Essen oder eine gute Mittagsverpflegung. Kinder sollten den Ursprung ihres Essens kennenlernen, Zutaten auswählen und schmackhaft zubereiten können und auch gemeinsam und in freundlicher Atmosphäre genießen dürfen. Um Ernährungsbildung ganzheitlich in Schulen und Kitas zu bringen, plädieren wir als Sarah Wiener Stiftung vor allem für eins: das Kochen mit Kindern. Denn nur durch das eigene Erleben verfestigen sich Wissen und Kompetenzen nachhaltig.

Gern unterstützen wir alle Instanzen mit unserer Expertise im pädagogischen Kochen, mit unseren Bildungsangeboten, Rezepten und Praxisleitfäden dabei, praktische Ernährungsbildung fest und mit Spaß im Alltag der Kinder zu verankern.

Zur Studie „Ernährungsbezogene Bildungsarbeit in Kitas und Schulen“

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