Unser Ansatz: Lernen durch eigenes Erleben

Wir stehen für praktische Ernährungsbildung statt reiner Wissensvermittlung. Basierend auf frühkindlichen Lerntheorien lernen Kinder am besten, wenn praktisches Erleben, neues Wissen und eigenes Handeln eine Einheit bilden. Unseren Bildungsprogrammen liegen pädagogische Grundsätze zugrunde, in deren Mittelpunkt stets das Kind steht. 

„Selbstbewusste und gesunde Kinder brauchen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Souveränität über den eigenen Körper. Das alles kann das gemeinsame Kochen und Backen ermöglichen! Beim Rühren, Abwiegen, Würzen und Abschmecken können die Kinder eine Beziehung zu ihrem Essen aufbauen und herausfinden, was ihnen schmeckt und guttut."

Sarah Wiener

Kinder sind Entdecker:innen

Wir nehmen Kinder als neugierige Individuen mit eigenen Bedürfnissen und Persönlichkeiten ernst. Wir trauen Kindern zu, Aufgaben aus eigener Kraft zu bewältigen und bestärken sie darin, auf ihr Können zu vertrauen. Sie lernen im Austausch mit und von anderen, durch Anregung, durch eigenes Entdecken und gemeinsame Reflexion. Dabei ist die Interaktion mit ihren Bezugspersonen ebenso entscheidend wie die mit anderen Kindern. Durch Praxiserlebnisse verarbeiten sie Informationen besser und verankern Gelerntes langfristig.

Mit allen Sinnen lernen: Kinder dürfen – und sollen – mit allen Sinnen entdecken. Riechen, spüren, schmecken, hinhören und anfassen: alles ist auf dem Bauernhof, dem (Super-)Markt und in der Küche möglich!

Zusammenhänge erkennen: Kinder erfahren durch gemeinsames Kochen und Exkursionen zu Biobauernhöfen und -betrieben, was gesunde und nachhaltige Ernährung bedeutet. Sie lernen das Zusammenspiel von Umwelt und Ernährung.

Praktisches Erleben: Ob Möhren ernten auf dem Feld, Gemüse auswählen im Supermarkt, Kräuter zupfen in der Küche – die Kinder sind aktiv und gestalten mit. Lerninhalte vermitteln wir am Ort des Geschehens: Über Eier sprechen wir am liebsten im Hühnerstall, über das Braten mit der Pfanne in der Hand am Herd.

Forschen und entdecken: Kinder erkunden die Lernorte selbständig mit ihrer Gruppe und ihren Bezugspersonen. Wir regen sie dabei durch geeignete Materialien und Mitmachangebote an, Fragen zu stellen. Gemeinsam begeben wir uns auf die Suche nach Antworten.

Autonomie und Partizipation: Wir begegnen Kindern auf Augenhöhe, auch beim Einkaufen, Ernten, Schneiden, Abwiegen, Kochen, Tisch decken oder Aufräumen. Wir haben Vertrauen in sie und ihr Tun und beteiligen sie an Entscheidungen, wann immer es geht.

Unsere methodisch-didaktische Praxis

Wir etablieren praktische Ernährungsbildung: Ein gesundes und nachhaltiges Essverhalten verfestigt sich im Tun, nicht durch Theorie. Im Sinne des Food-Literacy-Konzepts fördern wir mit unseren Angeboten ganz praktisch die Ernährungskompetenzen der Kinder rund um die Herkunft und Zubereitung von Lebensmitteln und das Essen sowie die gemeinsame Ess- und Tischkultur. Und das mit dem Ziel, das alltägliche Essen und Trinken selbstbestimmt, verantwortungsbewusst und genussvoll zu gestalten. Bei unserer Ernährungsinitiative Ich kann kochen! ist das pädagogisch begleitete Kochen eine zentrale Methode, bei der es um den gesamten Prozess geht: von der Auswahl der Lebensmittel bis zum Aufräumen.

Wir fördern Kompetenzen fürs Leben: Eine nachhaltige Ernährung berücksichtigt neben ökonomischen Aspekten auch ökologische, gesundheitliche und soziale. Für dieses ganzheitliche Denken brauchen wir Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. In unseren erlebnisorientierten Bildungsprogrammen und -angeboten mit ihrem Fokus auf das selbstständige Entdecken und Ausprobieren knüpfen wir an das Konzept von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an. Und tragen so dazu bei, dass Kinder im Laufe ihres Lebens nachhaltige und verantwortungsvolle Entscheidungen für sich, ihre Mitmenschen und unsere Umwelt treffen. 

Kinder backen süße Teilchen in einer Backstube

Wir wählen geeignete Lernorte: Den Essalltag von Kindern gestalten heute zu einem großen Teil Bildungs- und Betreuungseinrichtungen. Das gemeinsame Frühstück, Mittagsessen oder auch Vesper sind dort feste und prägende Bestandteile. Deshalb haben wir uns Kitas, Grundschulen und Horte als zentrale Lernorte ausgesucht. Unsere weiteren Lernorte sind: Elternhaus, familiäres Umfeld, Familienzentren, Biobauernhöfe, verarbeitende Biobetriebe, Bio-Caterer, Bio-Großhändler, Entsorgungsbetriebe, Supermärkte und regionale Wochenmärkte. Hier wird erlebbar, was gute Ernährung ausmacht!

Wir ermöglichen Lernen in Präsenz und online: Unsere Fortbildungen finden als reine Online-Veranstaltung oder mit Präsenzanteil statt. Bei der interaktiven Online-Fortbildung lernen die Teilnehmenden, wann und wo es ihnen passt. Sie setzen inhaltliche Schwerpunkte und holen damit das Optimum für sich heraus. Bei den Fortbildungen vor Ort erleben die Teilnehmenden Koch-Begeisterung, tauschen sich mit Gleichgesinnten aus und vernetzen sich. Daneben können alle nach der Fortbildung vertiefende Selbstlernmodule, Sinnesübungen, Rezepte und weitere Materialien für den Praxisalltag nutzen. 

Unsere Angebote sind anschlussfähig: Unsere Bildungsprogramme für Erzieher:innen und Lehrer:innen sind mit den Bildungs- und Lehrplänen aller 16 Bundesländer kompatibel. Es gibt viele Anknüpfungspunkte für die praktische Ernährungsbildung. Diese kann auch andere Bildungsbereiche ergänzen, zum Beispiel: mathematische Kompetenz (u.a. zählen, rechnen, abmessen, wiegen), naturwissenschaftliche Kompetenz (u.a. Aggregatzustände von Wasser, Reaktionen beim Backprozess), Schreib- und Lesekompetenz (u.a. Schreiben und Lesen von Rezepten und Einkaufslisten).