Satt ist nicht genug – Statement der Sarah Wiener Stiftung zur Einführung des kostenlosen Schulessens in Berlin

Berlin, 05.08.2019. Ein kostenfreies Mittagsessen schafft Chancengleichheit und ist Basis für ein wichtiges Gemeinschaftserlebnis – das gemeinsame Essen. Die Sarah Wiener Stiftung begrüßt daher den Beschluss der rot-rot-grünen Koalition in Berlin, Kindern der Jahrgangsstufen eins bis sechs ab dem neuen Schuljahr ein kostenfreies Mittagessen zu ermöglichen. 

Dabei darf es aber nicht stehen bleiben. Denn: Eine Mahlzeit allein generiert weder Wertschätzung für unser Essen noch Ernährungskompetenz. Dafür braucht es praktische Ernährungsbildung an den Schulen. Dafür muss es Kindern möglich sein, Lebensmittel kennenzulernen, herauszufinden, woher ihr Essen kommt, zu entdecken was ihnen schmeckt und ihrem Körper guttut. Erst die Beziehung zum Essen macht sie zu bewussten Essern. Dabei unterstützen wir LehrerInnen, ErzieherInnen und Fachkräfte mit unseren Bildungsangeboten. 

Damit das Mittagessen zu einem gemeinsamen Erlebnis werden kann, benötigen Schulen zudem finanzielle Mittel für ihr Personal sowie Räumlichkeiten. Auch die Qualität und Herkunft der Lebensmittel sind entscheidend dafür, dass Kinder sich gesund und bewusst ernähren können. Wir fordern den Senat daher auf, dem kostenlosen Schulessen möglichst schnell weitere Maßnahmen folgen zu lassen und die praktische Ernährungsbildung dabei stärker in den Fokus zu nehmen. 

Nicht zuletzt müssen die Rahmenbedingungen für eine gesunde Kinderernährung auch auf Bundesebene geschaffen werden. Dazu gehören eine verbindliche Strategie zur Reduzierung von Zucker, Salzen und Fetten in Fertigprodukten, ein Nutriscore auf Lebensmitteln sowie ein Verbot von an Kinder gerichteter Werbung.

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