Essen mit den Jahreszeiten – so einfach geht saisonal
Erdbeeren im Dezember, Spargel im Herbst – Supermärkte bieten heute fast alles zu jeder Zeit an. Das ist praktisch, aber spiegelt nicht wider, wann welches Essen Saison hat. Wer stattdessen erlebt, wann welches Obst und Gemüse wächst, entwickelt ein besseres Verständnis und Wertschätzung für Lebensmittel und Umwelt.
Die gute Nachricht: Im Einklang mit den Jahreszeiten zu essen, ist gar nicht so schwer – wir zeigen euch, wie ihr das in euren Alltag einbauen könnt.
Was bedeutet „saisonal“?
Saisonal essen heißt: Lebensmittel dann nutzen, wenn sie in der Region im Freiland wachsen und geerntet werden. Das betrifft vor allem Obst und Gemüse.
Warum saisonal essen?
Saisonal zu essen hat handfeste Vorteile – für dich, für die Umwelt und oft auch für euren Geldbeutel.
Mehr Geschmack und bessere Qualität
Lebensmittel, die zur richtigen Jahreszeit geerntet werden, sind reifer und aromatischer. Eine Erdbeere, die im Sommer in der Region geerntet wird, schmeckt einfach intensiver als eine, die im Winter importiert wurde.
Mehr Nährstoffe
Frisch geerntetes Obst und Gemüse enthält meist mehr Vitamine und Mineralstoffe. Lange Transportwege und Lagerzeiten bauen Nährstoffe ab.
Umweltfreundlicher
Saisonale Produkte kommen oft aus der Region und brauchen weniger Energie für Transport, Kühlung oder Gewächshäuser. Das reduziert den CO₂-Ausstoß deutlich.
Günstiger
Wenn ein Produkt gerade Hochsaison hat, ist das Angebot groß – und die Preise sinken. Ihr bekommt also bessere Qualität für weniger Geld.
Mehr Abwechslung im Speiseplan
Saisonal zu essen bringt euch in Einklang mit den Jahreszeiten. Das bringt automatisch mehr Vielfalt auf den Teller und verhindert, dass ihr immer dasselbe esst.
Unterstützung der lokalen Landwirtschaft
Wenn ihr saisonal (und idealerweise regional) einkauft, unterstützt ihr Betriebe in der Umgebung statt große internationale Lieferketten.
Ideen, wie saisonal essen im Alltag klappt
So lässt sich Saisonalität unkompliziert in euren Essensalltag in der Familie und in Einrichtungen integrieren.
1. Ohne Druck einsteigen
Plant nicht jedes Detail vor. Kauft z. B. Gemüse, das frisch aussieht und gerade Saison hat, und entscheidet dann spontan: Suppe, Ofengemüse oder Pfannengericht. Das nimmt Druck heraus.
Ein Saisonkalender hilft, auf einen Blick zu sehen, was gerade wächst. Wir haben eine Vorlage für einen Kalender, den ihr mit Kindern selbst basteln könnt. Online finden sich auch viele andere, fertige Versionen zum Ausdrucken wie der vom BZfE.
2. Ein saisonales Gericht pro Woche einführen
Statt alles umzustellen, nehmt euch nur ein Gericht pro Woche vor, das sich nach der Saison richtet. Ihr müsst nicht alles neu erfinden. Pasta, Aufläufe oder Pfannengerichte lassen sich leicht anpassen:
- im Sommer mit Zucchini und Tomaten
- im Herbst mit Pilzen oder Kürbis
- im Winter mit Kohl oder Wurzelgemüse
So bleibt das Essen vertraut, aber die Zutaten wechseln mit den Jahreszeiten. In unseren Rezepten haben wir immer auch Vorschläge für saisonale Alternativen!
3. Besuch auf dem Wochenmarkt oder Hofladen
Ein Besuch auf dem Wochenmarkt kann mehr sein als Einkaufen. Kinder sehen dort, was gerade wächst, und entwickeln ganz von selbst ein Gefühl für Saisonalität.
Bonus-Idee: Haltbar machen
Traditionelle Methoden zum Konservieren haben in den letzten Jahren wieder an Aufmerksamkeit gewonnen: Das Einkochen von Marmelade, Kompott und Mus kennen wir vermutlich alle. Genauso möglich ist das für Tomatensoße. Aber auch das Haltbarmachen durch Fermentation wie für Sauerkraut oder Kimchi hat eine neue Generation von Fans gewonnen. Dörren oder Trocknen sind für Obst gute Ansätze. Und wer genug Platz im Tiefkühler hat, kann natürlich auch ganz einfach einfrieren. Mehr zum Thema Haltbarmachen findest du hier.
Lieblingsrezepte, die Lust auf den Frühling machen:
Pesto mit frischen Kräutern
Erdbeermarmelade – die Saison beginnt im Mai
Kommentare (0)
Keine Kommentare bisher