Gemüse, die niemand kennt – oder?
Tomaten, Kartoffeln, Eisbergsalat: Wusstest du, dass der Gemüseanbau immer weniger vielfältig wird? Und das sogar weltweit? Das macht den Anbau zwar wirtschaftlich effizienter, aber weniger ökologisch – und unsere Teller eintöniger. Denn es schränkt die Sorten von Gemüse ein, die für uns zugänglich sind. Dazu kommt, dass Menschen auch beim Essen starke Gewohnheiten entwickeln. Im Alltag ist es für die meisten leichter, zu bekannten Lebensmitteln zu greifen, statt Neues auszuprobieren. Zum Glück gibt es aber auch eine Gegenbewegung mit wieder entdeckten, alten Gemüsesorten, die oft auch regional angebaut werden. Alle Gewohnheitstiere und Neugierige laden wir diesen Sommer deshalb ein, neue Gemüsesorten kennenzulernen.
- Schau dich um, ob du beim Einkauf eine Gemüsesorte entdeckst, die du noch nie verwendet hast.
- Hol dir auf dem Wochenmarkt eine bunte Tüte regionaler und saisonaler Besonderheiten.
- Wer Platz und Zeit hat, kann seltene Gemüsesorten auch selbst anbauen. Weniger Aufwand als Gemüseanbau, aber eine weitere neue Geschmacksebene: Säe dir unbekannte oder neue Kräutersamen zuhause oder in der Einrichtung aus – das geht auch auf der Fensterbank.
Unten stellen wir dir Gemüsesorten vor, die du vielleicht noch nicht kennst – inklusive passender Rezept-Ideen.
Alte Sorten wiederentdeckt
Mangold, Mairübe, Zichorie: In Supermärkten, Bioläden oder auf dem Wochenmarkt findest du diese Gemüsesorten, die gerade eine Renaissance erleben. Mangold hat von jetzt bis spät in den Herbst Saison und ist in etwas Butter gedünstet ein Genuss. Es gibt ihn auch in verschiedenen Farbvarianten. Mairüben (oder auch Mairübchen) gehen geschmacklich Richtung Rettich, sind aber milder und als Rohkost aufgeschnitten eine knackige Ergänzung in der Brotdose oder zum Abendbrot. Puntarelle, auch Zichorie oder Blattzichorie genannt, ist ein Blattgemüse, das aussieht wie großer Löwenzahn und leicht bitter ist. Ganz simpel in etwas Butter in der Pfanne gedünstet, ist es eine schöne Ergänzung zu einem leichten Sommergericht wie den Ofen-Gemüseschnitten vom Blech.
Neue Farben
Der Sommer ist bunt: Vielleicht findest du auch ein bekanntes Gemüse in anderer Färbung? Es gibt Karotten auch in lila, gelb, weiß, oder sogar mehrfarbig. Gerade die lila Karotten verlieren beim Kochen allerdings die Strahlkraft und färben auch ab, also am besten roh knabbern! Statt roter Bete kannst du auch gelbe oder Chioggia-Bete kaufen, letztere sind wunderschön geringelt. Beten sind jetzt besonders zart und aromatisch und schmecken auch roh hervorragend. Die selteneren Sorten färben weniger und machen den Verzehr mit Kindern damit einfacher!
International inspiriert
Falls du Zugang zu einem internationalen Supermarkt hast, findest du dort neben anderen Gemüsesorten auch jede Menge interessante Kohlarten. Pak Choi zum Beispiel, den gibt es auch mittlerweile in vielen Supermarktketten. Du kannst ihn gut anstelle von Brokkoli einsetzen – er ist milder, schnell zu kochen, und kurz blanchiert auch als Salat essbar.
Kräuter kultivieren
Neue Kräuter können altbekannten Gerichten spannende Würze verleihen. Auf deinem Fensterbrett kannst du zum Beispiel Kerbel, Estragon, Koriander oder auch Wilde Rauke im Topf aussäen. Nach ein paar Wochen Wuchszeit steht deinem individuell gewürzten Kräutergericht nichts mehr im Weg.
Rezepte:
Kalte Gurkensuppe mit Joghurt und Kräutern
Getreide neu gedacht
Auch Getreide kann vielfältig sein: Wie wäre es mit Dinkelmehl statt Weizen oder Hirse statt Couscous oder Reis? Hirse ist sehr nahrhaft und im Anbau deutlich hitze- und trockenstressresistenter als andere Getreide – und damit ein Getreide mit Zukunft.
Materialtipp für Schulkinder
Das BZfE bietet sehr schöne Arbeitsblätter an zum Thema Gemüsevielfalt entdecken.
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