Gemeinsam ökologische Landwirtschaft erleben: 3 Fragen an… Henning Jahn vom Gut Rothenhausen

Landwirt Henning Jahn von unserem Partnerhof Gut Rothenhausen lagert geerntete Kartoffeln ein.
Foto: Gut Rothenhausen | Almuth Raphaela Schwerdtner

Heute geht’s endlich los: Wir freuen uns über den Saisonstart der diesjährigen Bauernhoffahrten Vom Acker in den Mund! In der Startwoche lernen Kita- und Grundschulkinder am gemeinsam mit ihren Genussbotschafter:innen den Ursprung unserer Lebensmittel auf dem Gut Rothenhausen bei Lübeck und auf dem Bioland-Hof Morgentau in Rheinland-Pfalz kennen. Die Landwirt:innen unserer Partnerhöfe spielen dabei eine wichtige Rolle: Sie beziehen die Kinder in das tägliche Geschehen auf dem Hof mit ein, beantworten Fragen zu Obst, Gemüse und Tieren und bereiten gemeinsam aus hofeigenen Produkten eine frische Mahlzeit zu. In unserer Serie „3 Fragen an …“ stellen wir die Gesichter hinter den Bauernhoffahrten vor. Wir starten mit Henning Jahn, der diese Woche die erste Kindergruppe auf seinem Hof empfängt.

Henning Jahn ist Bio-Landwirt und Teil der Hofgemeinschaft Gut Rothenhausen bei Lübeck, die bereits seit den 70er Jahren nach den Demeter-Richtlinien bewirtschaftet wird. Die Hofgemeinschaft baut Getreide, Kartoffeln und Futterpflanzen an, zieht Gemüse und Obst und hält Rinder und Hühner. Sie betreibt eine eigene Käserei, bietet Fleisch und Wurst aus eigener Produktion an und stellt Backwaren her. Zu der Gemeinschaft zählen drei Generationen, die Entscheidungen im Konsent treffen und nach dem Prinzip leben, die Bedürfnisse von Mensch und Natur in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen.

Henning, wann und wieso hast du dich dazu entschieden, Bio-Landwirt zu werden?

Ich habe erstmal eine Ausbildung zum konventionellen Gemüsegärtner gemacht, das bedeutete auch, dass ich viel Pflanzenschutzmittel spritzen musste. Nach der Ausbildung war mir klar: Ich will kein Gift mehr auf Lebensmittel sprühen müssen, das muss auch anders gehen – deshalb entschied ich mich, Ökologische Landwirtschaft zu studieren. In den Jahren danach dachten meine Frau und ich, dass wir ein „normales Leben“ führen wollen, und ich arbeitete unter anderem eine Zeit lang im In- und Export für Biogemüse. Uns wurde aber immer klarer: Wir wollen einen Bio-Bauernhof, auf dem wir ökologisch Gemüse anbauen können und Tiere viel Zeit auf der Weide verbringen. So kamen wir zur Hofgemeinschaft.

Was ist das Besondere bei Vom Acker in den Mund! und der Arbeit mit Kindern auf dem Hof?

Bei den Bauernhoffahrten kann ich mich dank der organisatorischen Begleitung durch die Sarah Wiener Stiftung ganz auf den Austausch mit den Kindern konzentrieren – das macht Spaß! Ich habe genug Zeit, alles zu erklären und finde es toll, dass am Ende gemeinsam gekocht und gegessen wird. Das macht die Sache rund.

Was nehmen die Kinder mit nach Hause?

Die Arbeit mit den Kindern ist ganz besonders: Bei uns streicheln sie Kühe und nehmen Hühner auf den Arm – das machen viele von ihnen zum ersten Mal. Sie sind sehr neugierig. Häufig lernen die Kinder auch neue Lebensmittel kennen, die es zu Hause so nicht gibt. Wenn dann am Schluss noch mit den Möhren und Kartoffeln, die sie gerade selbst aus dem Boden geholt haben, gekocht wird, ist die Begeisterung groß. Mir ist besonders wichtig, dass die Kinder unseren Hof mit allen Sinnen kennenlernen – dazu gehört natürlich auch ein Stall, der nach Mist riecht.

 

Mehr über unsere Partnerhöfe und eine deutschlandweite Übersicht über ihre Standorte finden Sie hier. Sie sind Genussbotschafter:in und wollen mit Ihrer Schulklasse oder Kitagruppe auf einen unserer Partnerhöfe in Ihrer Nähe fahren? Klicken Sie hier für mehr Infos zu Vom Acker in den Mund!.

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